Azubi mit Auslandserfahrung

Nach 4 Monaten Azubi Blog aus Bremen lernt Ihr mich auch endlich mal kennen. Mein Name ist Jana, ich bin 23 Jahre alt und im zweiten Ausbildungsjahr zur Industriekauffrau. Ich würde euch gerne über meine Zeit nach dem Abitur berichten.

Ich bin Mitglied der #ABI2015 Gang und hatte eigentlich genaue Vorstellungen, wie es nach dem Abitur weitergehen sollte. Da ich Schule immer toll fand, wollte ich unbedingt Lehramt studieren. Nach dem Prüfungsstress war mir allerdings schnell klar, dass ich gerne ein Jahr hätte, in dem sich nicht alles um Lernen und Prüfungen dreht. Allerdings sind Auslandsaufenthalte immer sehr teuer und Zeit, um Geld zu sparen, blieb auch keine mehr. Daher entschied ich mich als Au Pair in die USA zu gehen. Als Au Pair ist man Mitglied einer einheimischen Familie und hilft während des Alltags mit den Kindern und kleinen Haushaltsaufgaben. Im Gegenzug erhält man ein wöchentliches Taschengeld.

Im September 2015 ging mein großes Abenteuer endlich los. Mit ungefähr 150 anderen Mädchen hatten wir in der ersten Woche ein Coaching in New York. Dort lernten wir viel über amerikanische Kindererziehung und das alltägliche Leben in den USA. Anschließend ging es für mich zu meiner Gastfamilie nach Arlington im Bundesstaat Virginia, einem Vorort der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C..

Mein Leben in den USA war so anders und aufregend, dass es viel zu schnell verging und ich im Sommer 2016 vor der Frage stand „Was passiert eigentlich, wenn ich wieder in Deutschland bin?“. Anders als im Jahr davor war ich mir nun nicht mehr sicher, was ich machen möchte. Nach einem Jahr mit einem regelmäßigen Einkommen und geregelten Tagesablauf kam ein Studium für mich nicht mehr in Frage. Ich entschied mich für eine Ausbildung zur Industriekauffrau, da ich durch mein Umfeld schon viel über den Beruf erfahren konnte. Meine Bewerbungen verschickte ich teilweise schon aus Amerika per Mail an die Unternehmen.

Zurück in Deutschland standen dann einige Bewerbungsgespräche und Assessment Center an. Schon in dieser Phase merkte ich schnell, dass meine Auslandserfahrung einige Vorteile mit sich bringt. Ich war allen Gesprächen gegenüber offen und hatte keine Angst, mich vorzustellen. Schließlich bin ich in den USA regelmäßig mit mir fremden Leuten ins Gespräch gekommen. Außerdem war meine Auslandserfahrung immer ein super Gesprächsthema. Zum einen hat es mein Gegenüber immer interessiert was ich alles erlebt habe und zum anderen war es für mich ein einfaches Thema, um locker ein Gespräch zu führen.

Ein Auslandsaufenthalt zwingt einen auch, automatisch selbständiger zu werden. Egal, ob es die Eröffnung eines Bankkontos oder das Planen von Reisen ist, bei allen Aufgaben ist man auf sich alleine gestellt. Letztlich ist das Sprechen einer anderen Sprache auch immer ein Vorteil. Selbstverständlich kennt man nicht alle Vokabeln, die man in einem Geschäftsgespräch braucht, aber alleine, dass man den Hörer nicht wegschmeißt, wenn jemand anfängt Englisch zu reden, ist schon viel Wert.

Ich kann sagen, dass mein Jahr in Amerika mich als Person gestärkt hat und mir auch beim Start ins Berufsleben geholfen hat. Wenn ihr Fragen habt, stellt diese gerne in den Kommentaren. Liebe Grüße aus Bremen!

Jana
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