I love prague

Blick über die Moldau, Prag
Moin,

Heute ist der letzte Tag im Büro für mich… zumindest für fünf Tage, denn nächste Woche geht es mit der gesamten Industrieklasse und den Kollegen aus dem Lehrjahr unter uns nach Prag auf Studienfahrt! 😀
Ich bin schon etwas aufgeregt und freue mich auf all die Eindrücke, auch wenn es wohl keine Wellnesswoche wird. Der Wochenplan unseres Lehrers lässt nämlich schon schließen, dass viel gelaufen und gelernt wird. So dürfen wir zum Beispiel das Škoda-Werk besuchen und uns einen Überblick verschaffen, wie ein fremder Industriebetrieb arbeitet.

Natürlich haben wir nachmittags auch etwas Freizeit, um die Stadt zu erkunden, worauf ich mich auch sehr freue. Ich werde nach der Klassenfahrt auf jeden Fall nochmal berichten, aber jetzt heißt es erstmal: Feierabend, Sachen packen und auf Prag freuen.

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Da bin ich wieder und kann euch sagen: Was für eine anstrengende Woche das gewesen ist. Aber schön war sie.

Deckenverzierung St. Nikolaus Kirche, Prag

Montag um 8:00 Uhr hieß es Abfahrt. Wir stellten uns auf eine 7-stündige Busfahrt ein. Da wir allerdings zwei Klassen und somit mehr Leute als gewohnt waren, dauerten Pausen länger und Verzug war vorprogrammiert. Kurz vor Tschechien gab es dann auch noch Probleme mit dem Mautgerät und aus der angekündigten „maximal fünf Minuten, wenn nicht weniger!!!“-Pause unseres Busfahrers wurden dann doch ca. 45min. 😀 Aber halb so wild, schlussendlich kamen wir abends sicher an. Viel Programm gab es dann nicht mehr. Wir durften in Ruhe im Hotel ankommen, etwas zum Essen suchen und uns schon mal ein wenig mit der Stadt vertraut machen. Am nächsten Tag allerdings ging‘s dann direkt los. Um halb neun versammelten wir uns alle vor dem Hotel, um insgesamt zwei Stadtführungen anzutreten. Die eine Klasse zuerst ins Jüdische Viertel Prags und nachmittags dann in die Altstadt. Die andere Gruppe andersrum. Es war warm. Sehr warm. 32 Grad sind nicht die optimalsten Voraussetzungen für so eine Wanderung durch die Altstadt (gefühlt durch ganz Tschechien) hab ich festgestellt. Aber es hat sich dennoch gelohnt! Prag hat echt eine wunderschöne Architektur. Alles sehr verschnörkelt und verspielt gehalten, viele kleine Gassen und Gänge und an jeder Ecke Essensstände oder Tante Emma Läden. Auch das Jüdische Viertel ist definitiv einen Besuch wert. Wir bekamen jede Menge Hintergrundwissen und wurden schon mal für Theresienstadt sensibilisiert. Abends dann das gleiche Thema wie Vortags: Essen suchen, eine gemütliche Bar finden und den Abend ausklingen lassen.

Nächster Tag: Škoda! Ebenfalls auf jeden Fall einen Besuch wert. Zusammen mit einem Guide verfolgten wir das Rohmaterial von der Anlieferung, über die Formgebung bis hin zur Endmontage. Leider durften wir (verständlicher Weise) keine Fotos machen, aber es ist wirklich interessant zu sehen, wie aus einem Stück Blech in verschiedenen Abteilungen langsam ein Auto entsteht.

Kronleuchteransicht in einer jüdischen Synagoge, Prag

 

Der nächste und letzte Tag war für mich persönlich der spannendste. Um 9:00 Uhr saßen wir alle pünktlich (tatsächlich gab es an keinem der Tage Verspätungen, auch wenn „gemütlich den Abend ausklingen lassen“ teilweise unterschiedlich definiert wurde) im Bus Richtung Theresienstadt. Dort angekommen herrschte eine deutlich gedrücktere Stimmung als sonst, denn das gesamte Ghetto Theresienstadts erinnerte an die Verbrechen, die dort stattfanden. Auch wenn ich wusste, was damals passiert ist und obwohl man im Geschichtsunterricht sorgfältig die deutsche Geschichte aufgearbeitet hat, so richtig greifen und realisieren konnte ich es erst als ich den Schriftzug „Arbeit macht frei“ las. Die gesamte Führung durch das Arbeitslager/Gefängnis hatte eine gruselige Atmosphäre, aber ich bin froh, dass wir die Chance hatten, diese Führung mitzunehmen.

Den letzten Abend in Prag verbrachten wir dann alle gemeinsam bei einer gemütlichen Bootsrundfahrt auf der Moldau inklusive Essen und Trinken. Zufälligerweise startete ganz plötzlich ein Feuerwerk als wir zurück an den Anleger fuhren – ein wirklich gelungener Abschied.

Die Rückfahrt nach Bremen war die meiste Zeit komplett still. Völlig erschöpft vom ganzen Gelaufe schlief mehr als die Hälfte der Klassen fast die gesamte Fahrt durch, mich eingeschlossen. Obwohl ich wirklich froh war wieder in meinem Bett liegen zu können, kann ich auf eine echt schöne Zeit zurückblicken, die ich wohl so schnell nicht vergessen werde 🙂

 

 

Deutsche Botschaft, Prag

Hausfassade, Prag Altstadt

Kronleuchter St. Nikolaus Kirche, Prag

 

Darlene
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