Schulabschluss und dann?

Diese Frage ist wohl die Frage, die sich Jugendliche während ihrer Schulzeit am meisten stellen. Genauso war es auch bei mir. Nach meinen beiden Praktika als Pferdewirtin und als Sport– und Fitnesskauffrau war ich kein Stück weiter als vorher. Notgedrungen musste ich in der 9. Klasse anfangen Bewerbungen zu schreiben. Nur wohin? Ich habe viele Unternehmen in meiner Nähe herausgesucht und mich dann dort beworben. Und trotz guter Schulnoten wurde ich zu keinem weiteren Verfahren eingeladen. Das deprimierte noch mehr. Kurz vor Ende des 2. Halbjahres hatten wir in der Schule eine Aktion der Bundesagentur für Arbeit. Darüber sollten wir online testen welche Berufe für uns in Frage kommen und konnten uns dann noch persönlich beraten lassen. Ein paar Berufe fand ich sehr interessant und hab mich Zuhause weiter informiert. Dies geht ganz leicht über die Internetseite der Bundesagentur für Arbeit. Mein Favorit bei den Berufen war von Anfang an „Industriekauffrau“. Den Beruf kannte ich schon aus meiner Familie, mir war aber nie wirklich klar, was dort abverlangt wird. Nach weiterer Recherche habe ich bemerkt, dass bei vielen Unternehmen ein Abitur Voraussetzung ist. Ich besaß nach Beendigung der 10. Klasse zu dem Zeitpunkt nur einen qualifizierten Realschulabschluss. So habe ich entschlossen, ich werde auf ein Gymnasium wechseln. Das nächste Wirtschaftsgymnasium (welches das Einzige war, das in Frage kam) war 45 Kilometer von meinem Wohnort entfernt. Trotzdem habe ich mich dort für das über 3 Jahre laufende Abitur angemeldet. Warum kam nur dieses Gymnasium in Frage? Es könnte mir Vorteile verschaffen, denn Wirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil für die Ausbildung zur Industriekauffrau.

Nach 2 Jahren, also in der 12. Klasse, musste ich dann wieder anfangen Bewerbungen zu schreiben. Aber nun steckte auch ein Sinn dahinter. Ich wusste als was ich mich bewerbe und hatte die Wahl. Dabei half mir die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Denn dort kann man genau filtern, nach was man sucht. So bin ich auf die Stellenausschreibung der Nordceram GmbH gestoßen und habe noch am selben Tag meine Bewerbung abgeschickt. Zuvor hatte ich schon von meinem Onkel mehr über das Unternehmen erfahren, da er ganz in der Nähe arbeitet.

Ein paar Wochen später kam dann die Nachricht, dass ich zum Assessment-Center eingeladen bin. So zog es sich weiter bis zum Anruf der Zusage. Und nun bin ich hier in meiner Ausbildung als Industriekauffrau.

Felice Chantal
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